Spielerisch innovieren

Wenn Manager Lego spielen: Playful Work Methoden setzen auf spielerische Lösungsfindung für die Business-Welt.

30.03.2020

  Foto mit Lego-Steinen in verschiedenen Farben   Foto mit Lego-Steinen in verschiedenen Farben

Gerade die jüngste Vergangenheit hat gezeigt, wie wenig vorhersehbar und planbar die Zukunft unter globalisierten Bedingungen geworden ist. Viele Unternehmen realisieren, dass strategisches Denken allein heute nicht mehr ausreicht. Mit Playful Work gibt es eine vielversprechende Alternative zur klassischen Management-Denke, die oft Problemdefinition, Projektverlauf und Ziel bereits beim Kick-off definiert haben will. 
 
Im Grundsatz setzt die Methode auf Folgendes: Indem Unternehmen Räume schaffen, in denen nicht Probleme gelöst werden müssen, sondern Lösungen gefunden werden können, sollen neue Ideen gedeihen. Die These hinter Playful Work ist, dass wir Menschen uns im Kindheitsalter spielend sehr viel Wissen aneignen. Dabei wissen Kinder nicht, was Fehler sind. Und so gehen sie an «Probleme» ergebnisoffen heran. Sie analysieren ihre Versuche ohne zu werten, reflektieren ausgehend von den gemachten Erfahrungen den bisherigen Lernverlauf und adaptieren ihr Verhalten bis eine Lösung gefunden ist. Dass die Kids beim ersten Gehversuch noch nicht sagen können, wann sie rennen werden und welche Methode dafür die beste ist, ist dabei ganz selbstverständlich. Und so kommen sie auf die kreativeren Lösungen. Diese Vorteile der jüngsten Generation will sich Playful Work zu Nutze machen. 
 
Ein prominentes Beispiel, das die Methode im Business-Kontext verdeutlicht, ist Lego Serious Play (LSP). Lego-Haupteigentümer Kjeld Kirk Kristiansen brachte bereits in den 1990er Jahren zunehmend seine Unzufriedenheit mit konventionellen Strategieentwicklungsmethoden zum Ausdruck. Robert Rasmussen, Leiter der Produktentwicklung für Lego Education, begann deswegen mit den beiden Professoren Johan Roos und Bart Victor zusammenzuarbeiten. Roos und Victor forschten zu der Zeit am International Institute for Management Development in Lausanne nach Alternativen zur herkömmlichen Entwicklung von Strategien. Zu dritt entwickelten sie LSP. Dabei kamen die Ansätze der Methode bei ihrer Entwicklung bereits zum Einsatz: In mehr als zwanzig Iterationen brachten die drei Männer Lego Serious Play zur Marktreife und das Produkt wurde Anfang 2002 der Öffentlichkeit vorgestellt. 
 
Heute ist LSP eine offizielle und erfolgreiche Produktlinie von Lego – und nicht nur der Spielekonzern tüftelt an Möglichkeiten, spielerische Elemente für die Strategieentwicklung zu nutzen, sondern auch grosse Technologieunternehmen wie Google und Microsoft. Damit scheint sich einmal mehr die These des niederländischen Historikers Johann Huizinga zu bestätigen. Der zeigte schon 1938 plausibel auf, wie der Homo Ludens – der spielende Mensch – unsere Kultur und Gesellschaft prägt.  

 
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